Warum sich Pigmente in Lack absetzen
Das Absetzen von Pigmenten wird durch das Stokessche Gesetz geregelt: Partikel mit höherer Dichte als die umgebende Flüssigkeit sinken mit einer Geschwindigkeit, die von ihrer Größe, dem Dichteunterschied und der Flüssigkeitsviskosität bestimmt wird. Eisenoxidpigmente (Dichte ~5 g/cm³), Titandioxid (~4 g/cm³) und Bariumsulfat (~4,5 g/cm³) sind alle deutlich dichter als typische Lackträger (~0,9–1,1 g/cm³), sodass ein Absetzen ohne rheologische Eingriffe unvermeidlich ist.
Schritt 1: Verstehen Sie Ihr Abwicklungsproblem
Bevor Sie ein Anti-Absetz-Additiv auswählen, charakterisieren Sie Ihr Absetzproblem:
- Sanftes Absetzen: Pigmente sinken, lösen sich aber beim Schütteln leicht wieder auf – ein mildes Absetzschutzadditiv ist erforderlich
- Hartes Absetzen (Zusammenbacken): Dichtes, schwer zu redispergierendes Sediment – aggressivere rheologische Modifikation erforderlich
- Überschwemmung/Überschwemmung: Unterschiedliche Ablagerung verschiedener Pigmente führt zu Farbschwankungen – erfordert eine gleichmäßige Thixotropie
Schritt 2: Wählen Sie das richtige Absetzschutzadditiv
Für Lösemittelhaltige Lacke ist organophiler Bentonit die wirksamste und dauerhaftste Lösung zum Schutz vor Ablagerungen:
| Lackiersystem | Empfohlene Produkttyp | Behandlungsrate |
| Industrielacke mit aromatischen Lösemitteln | CP-34 | 0.3–1,0% |
| Bautenanstrichstoffe mit aliphatischen Lösemitteln | CP-40 | 0.3–0,8% |
| High-Solid / VOC-konforme Beschichtungen | CP-180B (SA) | 0.2–0,7% |
| Beschichtungen auf Wasserbasis | CP-EW | 0.5–1,5% |
Schritt 3: organophiler Bentonit richtig dispergieren
- Fügen Sie der Lösemittelphase organophiler Bentonit hinzu, bevor Sie Harze oder Bindemittel hinzufügen
- Fügen Sie polaren Aktivator (95 % Ethanol) zu 30–50 % nach Gewicht des Organoclays hinzu
- Bei hoher Scherung (1.000–3.000 U/min) 10–15 Minuten lang mischen
- Warten Sie 10 Minuten, bis sich das Gelnetzwerk entwickelt
- Fahren Sie mit dem normalen Schleifen/Lackieren der Lack fort
Schritt 4: Bewerten Sie die Anti-Settling-Leistung
Testen Sie mit ASTM D869 (Absetzwiderstandstest) oder einem beschleunigten Test bei 50 °C für 7 Tage. Eine richtig formulierte, Organoclay-haltige Lack sollte nach 30 Tagen bei Umgebungstemperatur eine weiche Absetzbewertung von ≥6 aufweisen.
Weitere Einzelheiten finden Sie in unserem Seite „Anti-Settling-Lösung“. und Wissensartikel zu Anti-Absetzmitteln.
Häufig gestellte Fragen
Was verursacht Ablagerungen im Lack?
Das Absetzen wird durch Dichteunterschiede zwischen Pigmentpartikeln und Lackträger verursacht (Stokes-Gesetz). Dichte Pigmente – Bariumsulfat (SG 4,3), Eisenoxid (SG 5,1), TiO₂ (SG 3,9) – dringen durch das leichtere Vehikel (SG ~0,9–1,2) ein. Beschleunigt durch hohe Lagertemperatur (senkt die Viskosität des Vehikels), große Partikelgröße und das Fehlen einer strukturierten Rheologie. organophiler Bentonit mit 0,3–1,0 Gew.-% sorgt für eine ausreichende Fließgrenze, um ein Absetzen aller gängigen Pigmente zu verhindern.
Was sind Antiabsetzadditive in Lacken?
Für lösemittelbasierte Beschichtungen: organophiler Bentonit (am besten – Plättchen-Gel-Netzwerk, thermisch stabil, doppeltes Absetzschutz + Anti-Ablaufen); pyrogene Kieselsäure (gut, aber trübe in Klarlacken); Polyamidwachs (temperaturempfindlich, schmilzt über 85°C). Für wasserbasierte Beschichtungen: HEUR/HASE-Polymere, pyrogene Kieselsäure, CP-EW wasserdispergierbarer organophiler Bentonit. organophiler Bentonit ist der Standard für lösemittelbasierte Industriebeschichtungen.
Leitfaden zu Antiabsetzmitteln → Wie viel organophiler Bentonit, um das Absetzen von Pigmenten zu verhindern?
Helle Pigmente (TiO₂) bei PVC 20–30 %: 0,2–0,4 Gew.-%. Gemischte Pigment-/Füllstoffsysteme: 0,3–0,6 Gew.-%. Dichte Pigmente (BaSO₄, Fe₂O₃): 0,5–1,0 Gew.-%. Korrosionsschutzgrundierungen (Zn-reich): 0,8–1,5 Gew.-%. Ziel-TI ≥ 3,5 für helle Pigmente; TI ≥ 5,0 für dichte Pigmentsysteme. Passen Sie die Dosierung an, bis das Ziel erreicht ist.